• Das Eselfest in Malbun
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Eselfest in Malbun

Beim legendären Eselfest in Malbun gibt es nur Gewinner. Doch eine Frage bleibt: Wer ist nun sturer – Mensch oder Tier? Ein Augenschein beim lustigsten Volksfest Malbuns.

Sturer Esel! Zu dieser Aussage lässt sich wohl manch ein Zuschauer hinreissen, wenn jeweils im August das legendäre Eselfest gefeiert wird. Sturer Esel? Die Frage sei erlaubt: Wer ist nun stur – der Mensch, der da zieht und schiebt und lockt, um den Esel mit allen (legalen) Mitteln schnellstmöglich zum Bezwingen des Parcours zu bewegen? Oder der Esel, der nicht wirklich einsieht, wieso es dermassen eilt, wo doch am Ende des Tages so oder so fuderweise Streicheleinheiten und ein Sack Karotten auf ihn warten? Aber eines nach dem anderen …

Der Esel lässt sich gerne Zeit

Es war ein Prachtstag im August 2015, den sich die Organisatoren rund um Präsident Normann Bühler zur Austragung des 19. Eselfests ausgesucht hatten. Sattgrüne Wiesen, ein stahlblauer Himmel und ein laues Lüftlein lockten hunderte Zuschauer aus dem In- und Ausland nach Malbun, um sich das Spektakel unterhalb der Friedenskapelle anzusehen. Enttäuscht wurde dabei keiner: Die Startliste war lang, erstmals waren auch Lamas und Alpakas am Start. Und entgegen einem gängigen Wettkampf, bei dem es vor allem um schneller, höher und besser geht, ist beim Eselfest die Freude der Zuschauer dann am grössten, wenn beim Parcours nicht alles wie am Schnürchen läuft – was zuweilen der Fall ist.

Doch was der Laie beim Esel gerne als stur und störrisch bezeichnet, wird dem sanftmütigen und intelligenten Tier nur teilweise gerecht. In Wahrheit lässt sich der Esel einfach gerne Zeit. Seine Zeit. Unter uns: Wer sagt denn, dass alles immer schnell und nach Plan verlaufen muss? Wieso nicht einfach mal einen Moment inne halten, um das wunderbare Bergpanorama zu geniessen? Einen Happen grünes Gras zu kosten? Oder einfach so, der puren Freude zuliebe? Eben. Freude hatten am Schluss übrigens fast alle: Die Zuschauer, die sich köstlich amüsierten, der Sieger, der den Parcours mit Esel «Tommy» in lediglich 58 Sekunden bewältigte und sogar Esel «Sorry», der – passend zum Namen und den vier komplett verweigerten Hindernissen – ein Vielfaches der Siegerzeit für die insgesamt sieben Hürden benötigte und somit das Schlusslicht der Rangliste bildete. Doch «Tommy» wie auch «Sorry» wars einerlei. Denn: Beim Eselfest Malbun gibt’s am Schluss nur Gewinner und für alle denselben Preis – einen grossen, prall gefüllten Sack Karotten und massenhaft Streicheleinheiten.

Wers verpasst ist selber schuld

Übrigens: Nebst dem Hindernisparcours gibt es beim Eselfest auch einen «Esel Grand Prix». Gewinner ist, wer vor den Augen und Zurufen der vielen Zuschauer am Wegrand die Strecke vom Alpenhotel Vögeli bis zur Talstation Sareis und zurück am schnellsten zurücklegt. Auch bei diesem äusserst unterhaltsamen Rennen zeigt sich, dass sich Esel lieber überzeugen, als dressieren, geschweige denn aus der Ruhe bringen lassen. Und weil dabei sein beim Eselfest wichtiger ist als gewinnen, dreht manch eine Reiterin oder ein Reiter eine Ehrenrunde – nicht immer freiwillig zwar, aber trotzdem. Egal: Denn am Ende des Tages sind sowieso alle gleich und haben ihren Grund zur Freude: Die Esel, die sich auf den grünen Weiden ihrer Lieblingsbeschäftigung zuwenden – dem Fressen; und die Menschen, die den Tag in geselliger Runde im oder rund um das Festzelt, im Herzen Malbuns, ausklingen lassen.


Infobox

Gute Nachrichten
Am 6. August 2016 feiert der Verein Eselfest Malbun Jubiläum. Dann nämlich geht das beliebte Eselfest bereits zum 20. Mal über die Bühne. Regelmässig trifft sich deshalb das siebenköpfige Organisationskomitee, um erneut ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Rahmenprogramm für Jung und Alt auf die Füsse zu stellen. «Wir laden alle ein, am 6. August nach Malbun zu kommen und aktiv an unserem Eselfest dabei zu sein“, sagt Normann Bühler, Präsident des Vereins. Dabei hält das OK an ihrem bewährten Konzept fest, bei dem sich alles um die Esel und die Geselligkeit dreht. Doch keine Bange: Für alle, die zufällig keine eigenen Esel im Stall haben, stellen die Vereinsmitglieder ihre eigenen Tiere zur Verfügung. Und auch die Alpakas und Lamas werden wieder Teil des Familienfestes sein.

Naturverbundene Jugend
Übrigens: Um Nachwuchs braucht sich der Verein keine Sorgen zu machen – weder bei den Tieren, noch bei den Mitgliedern. Der Verein zählt rund 60 Mitglieder und ständig rücken Junge nach. „Die Triesenberger Jugend ist sehr natur- und tierverbunden“, so Bühler. Nach so vielen guten Neuigkeiten, steht einem gelungenen 20. Eselfest in Malbun nichts mehr im Weg.
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